Der Held aus dem WestenLiebe Besucherin, lieber Besucher

Man braucht in Irland nur eine alte Bäuerin nach dem Weg zu fragen; wenn sie den Mund öffnet, spricht sie Poesie, das heisst: übertreibt. Einfache Felsen, an denen der Weg vorbeiführt, werden zu sagenumwobenen Gebilden, eine simple Wegbiegung zu der Stelle, wo Dermott O’Malley mit Brendan Molley um die schöne Mary Kelleher kämpfte. Blumige Floskeln, die völlig natürlich wirken, entströmen dem Mund der alten Frau. Poesie ist ihr selbstverständlich, ist weit davon entfernt, künstlich gezüchtete Folk zu sein.
Sie spricht wie gedruckt, mag sie auch das Lesen nie gelernt oder inzwischen wieder vergessen haben. Sprache ist Natur – kein Wunder, dass in diesem Land die Dichter gedeihen.

Die Macher von «Ein Held aus dem Westen» haben ihr Können schon bei früheren Produktionen unter Beweis gestellt. Regisseurin Renate Adam inszenierte in den letzten Jahren an verschiedenen Orten. Die Projektleitung setzt sich aus Theaterbegeisterten mit langjähriger Erfahrung bei der mundARTbühni zusammen. Sie alle arbeiten ehrenamtlich.

Das Stück kurz zusammengefasst

In einer Kneipe an der Küste von Mayo im Westen Irlands taucht eines Abends ein junger, eingeschüchterter Mann auf. Er ist auf der Flucht und gesteht, dass er seinen tyrannischen Vater, der ihn von Kindheit an schlecht behandelt hat, mit einem Torfspaten erschlagen hat. Statt den jungen Mann moralisch zu verurteilen, zeigen die Dorfleute Verständnis und Bewunderung für die Tat, was den jungen Mann ermutigt, seine Geschichte auszumalen. Das Dorf feiert den Fremden als Helden, und die Wirtstochter findet in ihm ihre grosse Liebe, bis sein tot geglaubter Vater zurückkommt.

Der Autor

John Millington Synge studierte Sprachen und Musik und lebte einige Jahre in Paris. Entscheidend für sein Werk wurden jedoch seine Jahre auf Inishmaan, einer Insel der Aran-Inseln. Dort entwickelte er sich zum poetischen Realisten, denn «die echte, reine Freude findet man nur in der wilden, hinreissenden Wirklichkeit». Aber «Realismus allein genügt nicht, die Bühne muss Wirklichkeit und Fröhlichkeit ausstrahlen» meinte er programmatisch.

Die Regisseurin

Renate Adam kommt aus Hinterkappelen und hat sich in Paris bei Philippe Gaulier und Monika Pagneux zur Schauspielerin ausbilden lassen. Danach spielte sie mehrere Jahre bei verschiedenen professionellen Theatergruppen. Heute arbeitet sie hauptsächlich als Regisseurin. Renate Adam inszeniert seit über 15 Jahren Stücke sowohl für das Berufs- als auch für das Amateurtheater.

Die Inszenierung im Überblick

Auf der Bühne

Antonia Huber Antonia Huber
spielt Sara Tansey
Barbara Krebs Barbara Krebs
spielt Margaret (Pegeen) Flaherty
Barbara Schweizer Barbara Schweizer
spielt Witwe Quin
Christoph Graf Christoph Graf
spielt Christopher Mahon
Isabella Zbinden Isabella Zbinden
spielt Susan Brady
Marcel Röthlisberger Marcel Röthlisberger
spielt Shawn Keogh
Markus Wey Markus Wey
spielt Boby Milly
Martin Sarbach Martin Sarbach
spielt Philly Cullen
Omar Dietrich Omar Dietrich
spielt Jimmy Farrell
Regula van Swigchem Regula van Swigchem
spielt Honor Blake
Rolf Meister Rolf Meister
spielt Michael James Flaherty
Wale Nydegger Wale Nydegger
spielt Mahon

Hinter der Bühne

  • Regieassistenz: Marianne Schiess
  • Berndeutsche Übersetzung: Jörg Kocher
  • Koordination: Antonia Huber, Andreas Stettler
  • Administration: André Liechti, Jacqueline Coendet
  • Finanzen: Sascha Moser
  • Vorverkauf: Sascha Moser, Marcel Wyler
  • Werbung: Monika Ellmauthaler
  • Bühnenbild: Andreas Stettler
  • Choreografie: Luzius Engel
  • Technik: Klaus Tschannen, Lukas Tschannen
  • Maske: Gertrud Scherer, Daniela Schneiter-Bichsel, Fränzi Steiner, Katrin Schweizer, Helene Mosimann
  • Kostüme: Antonia Huber, Renate Adam
  • Musikalische Beratung: David Gilsenan
  • Programmgestaltung: atelier z-grafix.ch
  • Fotos: Andreas von Gunten, Hannes Zaugg-Graf

Fotos

Bilder zum Stück finden Sie in unserer Fotogalerie